Methodik Urlings

Der Begleitungsbedarf von älteren Menschen mit einer geistigen Behinderung ist ein deutlich anderer als derjenige, den sie in einer früheren Lebensphase hatten. Die von Harry Urlings entwickelte Methodik nimmt ihren Ursprung und ihre Kraft aus der jahrelangen Praxiserfahrung, ins besonder die Begleitung dieses speziellen Bereiches. Die Praxis bildet die Basis und den Nährboden, daher kann man wohl zu Recht von einer Praxistheorie sprechen.

Das Institut erarbeitet die Methodik Urlings, in den Kursen und Beratungen, auf der Basis von vier Elementen: der phänomenologischen Herangehensweise, der Validationsmethode und anderen Annäherungen an Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, der Lebensgeschichte und den heutigen Bedürfnissen, Erlebensweisen und Wünschen von Älteren. Schematisch können die vier Elemente dieser Methodik wie folgt dargestellt werden.

methodiek

1. Phänomenologische Herangehensweise

Die Phänomenologie bildet die Ausgangsperspektive und damit das Fundament der entwickelten Methodik. In dieser Herangehensweise versucht man, die Bedürfnisse und das Erleben jedes einzelnen Menschen im Alterungsprozess so genau wie möglich zu ermitteln und in den Mittelpunkt der Begleitung zu stellen.

2. Validation und andere Herangehensweisen bei Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind.

Auch die Herangehensweise der Validation, eine in der amerikanischen Psychogeriatrie entwickelte Methode, hat einen kräftigen Impuls für die Bildung der Methodik gegeben. Validation allein scheint aber bei der Arbeit mit dementierenden Menschen nicht ausreichend zu sein. Ebenso sind Aspekte der „warmen Betreuung“, des Realitätsorientierungstrainings /ROT), der Reminiszenz, der Haptonomie, des Snoezelens, der Massage, der Musik und die Anwendung von Humor Bestandteile dieser Methode. Die Kombination dieser Herangehensweisen bildet somit das zweite Element der Methode der „Respektvollen und methodischen Begleitung älterer und dementierender Menschen mit einer geistigen Behinderung“.

3. Die Lebensgeschichte

Um an das Erleben, die Wünsche und Bedürfnisse anknüpfen zu können, ist es notwendig das Leben der Betroffenen zu kennen. Die Biographiearbeit stellt also das dritte Element der Methodik dar. Je sorgfältiger und detaillierter die Vergangenheit bekannt ist, umso bessere Ansatzpunkte hat man für eine gute Begleitung.

4. Die Bedürfnisse, Wünsche und Erlebnisweisen der Gegenwart

Untersuchungen bei älteren Menschen mit einer geistigen Behinderung haben gezeigt, woraus ihre Wünsche und Bedürfnisse bestehen und wie das Älterwerden erlebt wird. Die Klärung der derzeitigen Bedürfnisse, Wünsche und des Erlebens eines jeden Älteren bildet somit das vierte Element der Methodik.